Zuchtziele

Das Hauptziel unserer Zucht ist ein robustes, widerstandsfähiges, nicht krankheitsanfälliges Schwein, welches vor allem für die Freilandhaltung geeignet ist. Dabei legen wir großen Wert auf Leichtfuttrigkeit und gutes Wachstum bei bester Fleischqualität.

 

Da eine unproblematische Freilandhaltung hohe Ansprüche an die Charaktereigenschaften der Schweine stellt, sind uns diese bei den Zuchttieren besonders wichtig. Alle Sauen sowie unser Eber lassen sich problemlos anfassen und kraulen, aber auch - falls einmal nötig - vom Tierarzt behandeln. Auch ist ein Abferkeln in der Gruppe möglich und unser Eber ist von Geburt an mit bei den Ferkeln.

 

Zuchttiere

 

 

 

Unsere Zuchttiere leben ganzjährig im Freiland und auch der Eber bleibt durchgehend bei den Sauen und Ferkeln. Schutz vor Wind und Wetter finden sie in mehreren reichlich eingestreuten Hütten. Da die Sauen auch zum Abferkeln in der Gruppe bleiben, haben sie so trotzdem die Möglichkeit, sich vor der Geburt in eine eigene Hütte zurückzuziehen. Vor allem im Winter versammeln sich aber meistens alle Schweine in der großen Hütte und wärmen sich gegenseitig, die Ferkel in der Mitte.

 

Neben unserem Bentheimer Eber „Anton“ gehören zur Zuchtgruppe das Wollschwein „Lotta“, die Bunten Bentheimer "Maja" und "Frieda", dann "Ella" und "Khaki" (Duroc x Schwäbisch-Hällisches Landschwein), "Elma" (Bentheimer x rotbuntes Husumer) und seit neuestem auch unsere Durocsau "Lea". Noch bei den Mastschweinen ist "Lara", eine Tochter von Lotta. Im Sommer 2020 soll sie zu den Zuchtschweinen umziehen und das erste Mal gedeckt werden.

 

Mangalica Wollschweine, Bunte Bentheimer, Schwäbisch-Hällisches Landschwein und Duroc

Mangalica Wollschweine sind eine der ältesten Schweinerassen und bekannt für ihre hervorragende Fleischqualität. Fleisch sowie Wurstwaren der Mangalica Wollschweine gelten als Delikatesse und sind vor allem in der Gourmetküche bekannt. Im Vergleich zu den meisten anderen Schweinerassen hat das Mangalicafleisch intramuskuläres Fett, das als Geschmacksträger dient. Zudem hat das Fleisch eine feste Konsistenz und schrumpft in der Pfanne nicht zusammen. Da das Wollschwein als Fettschwein doch sehr viel Fett hat, kreuzen wir es mit Bunten Bentheimern. Auch die Bunten Bentheimer haben eine ausgezeichnete Fleischqualität und das Fleisch ist fein marmoriert. Jedoch ist es deutlich magerer als beim Wollschwein. Ziel der Kreuzung ist, bei gleicher Fleischqualität eine etwas magerere Alternative zum Wollschwein anzubieten. Um unseren Kunden vor allem beim Schweineleasing eine möglichst große Auswahl an verschiedenen Schweinen mit unterschiedlichen Eigenschaften bieten zu können, sind noch das Schwäbisch-Hällische Landschwein und das Duroc-Schwein dazugekommen. Beide sind deutlich magerer als Wollschweine und Bunte Bentheimer, haben aber trotzdem reichlich intramuskuläres Fett und ein feines Fleisch, welches bei Kennern als Delikatesse der Gourmetklasse gilt.

 

In der Haltung sind unsere Schweine sehr robust und ruhig, sehr widerstandsfähig und nicht anfällig für die üblichen Schweinekrankheiten. Auch können sie problemlos rund ums Jahr im Freiland gehalten werden. Dadurch eignen sie sich hervorragend zur extensiven Weidehaltung. Die Unterschiede der Rassen zeigen sich außer beim Fleisch vor allem im Verhalten, beim Futterbedarf, und im Wachstum. Während die bunten Bentheimer und Schwäbisch-Hällischen Landschweine sehr sanftmütig sind, pflegen Duroc und Wollschwein einen deutlich harscheren Umgang untereinander und mit dem Menschen.

 

 

 

 

Einige unserer Ferkel sind Kreuzungen der genannten Rassen. Dies kommt einmal daher, dass wir nur einen Eber halten, der alle unsere Sauen deckt. Andererseits ist der Genpool bei den alten Rassen sehr klein und der Inzuchtgrad relativ hoch. Um daraus resultierenden Problemen entgegenzuwirken, kreuzen wir gezielt und bekommen so Ferkel, die bestens zu unserer Haltungsform und den Wünschen unserer Kunden passen.

 

Die Wurfgrößen bei alten Schweinerassen sind deutlich kleiner als bei hochgezüchteten Leistungsschweinen. Um die 4-7 Ferkel sind es meistens, manchmal mehr und manchmal weniger. Dies ist vor allem in der extensiven Freilandhaltung ein Vorteil, denn der Muttersau gelingt es normalerweise problemlos, alle Ferkel gut mit Milch zu versorgen. Allerdings ist die Haltung solcher Schweine dadurch weniger gewinnbringend, was sich einerseits in einem geringen und weiter abnehmenden Interesse an der Haltung dieser Schweine, andererseits aber auch im Preis für Ferkel und Fleisch zeigt.